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Ich bin wirklich nicht korpulent. Nein, das kann man nicht sagen. Ich bin ein ganz normales Mädchen. Ganz normal groß, ganz normal langweilig und ganz normal proportioniert.
Nun müsste man ja meinen, dass ich als durchschnittlicher Mensch bei den Labels ganz einfach schöne Klamotten finden kann, weil die meisten Menschen so sind wie ich. Aber das ist nicht mehr der Fall. Wenn ich bei einem stinknormalen Label wie H&M, Zara oder Vedo Moda nach neuen Stilen suche, muss ich schon wirklich Glück haben um eine neue Hose oder einen Pullover zu finden der größer als 34 oder grade noch so eben 36 ist. Kommt das davon, dass so viele Menschen so normal sind und die Größen 38-42 schon alle verkauft sind wenn ich nach ihnen suche oder liegt es daran, dass die Modeindustrie sich den gesellschaftlichen Normen angepasst hat und nur noch kleine Größen bestellt?
Ich muss ja zugeben, wenn ich durch die Stadt gehe oder in der Bahn sitze, fallen mir hauptsächlich die dünnen Mädels auf. Die schlanken, mit den schönen Haaren und dem tollen Klamottenstil. Die dünnen, Leggingsbedeckten Beine die in den wundershönen, engen Stiefeln stecken und der komplett flache Bauch unter der schönen Bluse. Ich werde wirklich neidisch, wenn ich die Zeitschriften durchblättere und keine einzige junge Frau breitere Arme als der Durchmesser einer Bierflasche von unten hat.
Es zieht micih magisch an, wenn das Schlüsselbein schön und grazil heraussteht und die Beine nahezu aussehen, als wären sie aus Plastik geformt. Schlank und weich und Glatt ohne auch nur ein einziges beim rasieren stehengebliebenes Haar.
Manchmal will ich so sein wie sie. So sein, wie alle hübschen Mädchen. Schlank, schön und dennoch individuell.
Ist dies denn nun tatsächlich ein Problem meines Selbstwertgefühls oder ist es nicht viel mehr als ein weiterer Norm den uns die Gesellschaft vermittelt? Wie soll man sich denn als Frau normal fühlen, wenn es in einer Zeitschrift, in den Modekatalogen und auch sonst überall um einen herum kein einziges Bild von einer ganz normalen Frau zu sehen gibt?
Wie soll man sich normal fühlen, wenn in den Läden nur die Größen 34 und 36 hängen und du sobald du zwei Größen größer hast, eigentlich schon in der Übergrößenabteilung nach neuen Kleidungsstücken suchen musst?
Die Frauenzeitschrift "Brigitte" hat dieses Problem erkannt und stellt nun nur noch die durchschnittliche Frau, die auf der Straße herumläuft in ihr Magazin. Aber wird dieses Norm, dieser gesellschaftliche Druck schlank und schön zu sein irgendwann wieder aufhören? Werden irgendwann auch die normalen und korpulenteren Frauen wieder im Vordergrund stehen?
Denn wahrscheinlich sind wir stärker als die schönen. Wir müssen nur noch darauf warten, dass es die Gesellschaft auch wieder entdeckt.
(Angeregt durch eine Nörgelei meiner Klassenkameradin, dass die Jeans in Größe 36 besser passt als die in 34 )
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